Sonntag, 20. Oktober 2019

Überblick

Knapp 33.000 Homo-Ehen bis Ende 2018

Seit Oktober 2017 können homosexuelle Paare in Deutschland heiraten. Mit den gleichen rechtlichen Voraussetzungen wie bei Mann und Frau. Zuvor gab es für gleichgeschlechtliche Paare nur die Möglichkeit, eine eingetragene Lebenspartnerschaft einzugehen.

Wie nun aus den Daten des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden hervorgeht, gaben sich von Oktober 2017 bis Dezember 2018 bereits bei jeder 14. Hochzeit gleichgeschlechtliche Paare das Ja-Wort. 

Insgesamt wurden in diesem Zeitraum 449 466 Ehen geschlossen, davon 16 766 zwischen zwei Männern und 16 138 zwischen zwei Frauen. Dazu kommen noch einmal 21 477 Lebenspartnerschaften, die von den Paaren in eine Ehe umgewandelt wurden. 

Bereits kurz nach Inkrafttreten der Neu-Regelung für die Ehe für alle im Oktober 2017 gab es einen regelrechten Boom gleichgeschlechtlicher Hochzeiten.

Dennoch: Jahrelang war die Gleichstellung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare gesellschaftlich umkämpft. 2017 war die CDU/CSU als einzige Fraktion im Bundestag noch mehrheitlich gegen die Ehe für alle. 

Bei einer Wahlkampfveranstaltung 2017 trafen dann Gundula Zilm (54) und ihre Partnerin Christine (60) die Kanzlerin, erzählten ihr von der Pflegschaft für teils behinderte Kinder. Und wie sehr sie sich eine Ehe für alle wünschen: „Wäre der liebe Gott dagegen, dann hätte er Schwule und Lesben nicht erfunden.“

Nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Bundestagswahlkampf dann bei einer Veranstaltung entschied, die Abstimmung im Bundestag solle „jeder Abgeordnete nach seinem Gewissen entscheiden“, machte sie den Weg für die Ehe für alle praktisch frei. 

Merkel selbst stimmte damals übrigens mit „Nein“. Egal - die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare kam trotzdem.

Entnommen aus bilde.de